Geschichten-Kritik: Verdammte Medienwächter!

Irgendwann kam ein Autor auf die Idee, eine Fickgeschichte über Mutter und Sohn zu schreiben und zu veröffentlichen.
"Wow, das gab es ja noch nie, voll toll und originell."
Ich weiss nicht, ob sich das so abgespielt hat: Sophokles hat zwar das Stück "König Ödipus" geschrieben, dabei setzte er aber scheinbar bei den Zuschauern voraus, dass sie die eigentliche Geschichte aus der thebanischen Mythologie bereits kannten. Also eher so was, wie mündliche Überlieferung.

Ja, das Thema erfreut sich mindestens seit zweieinhalb Tausend Jahren einer mal kleineren, mal grösseren Fangemeinde.

Die Originalität kann daher kaum aus dem Grundkonzept selbst entstehen, sondern wie es ausgeführt wird: Seit den frühen 2000ern überschwemmt uns Marvel mit Superhelden-Filmen, DC zieht nach und weitere Akteure springen auf denselben Zug auf: Langweilig. Bis ein "The Boys" daherkommt, der dem Konzept des Superhelden einen neuen Spin verleiht, indem der Superheld - obschon weiterhin unter dieser Bezeichnung gehandelt - zum eigentlichen Bösewicht wird.

Liebe Grüsse

Djinn
 
Bis ein "The Boys" daherkommt, der dem Konzept des Superhelden einen neuen Spin verleiht, indem der Superheld - obschon weiterhin unter dieser Bezeichnung gehandelt - zum eigentlichen Bösewicht wird.

Liebe Grüsse

Djinn

Eine klasse Serie, wobei "The Boys" auch einen passenden Titel für einen Schwulenporno abgeben würde.

Jemand könnte doch ein Remake meines Textes angehen, mit Titeln aus den letzten fünf oder zehn Jahren. Das Zielpublikum wäre ein anderes.

swriter
 
Ich weiss nicht, ob sich das so abgespielt hat: Sophokles hat zwar das Stück "König Ödipus" geschrieben, dabei setzte er aber scheinbar bei den Zuschauern voraus, dass sie die eigentliche Geschichte aus der thebanischen Mythologie bereits kannten. Also eher so was, wie mündliche Überlieferung.

Ja, das Thema erfreut sich mindestens seit zweieinhalb Tausend Jahren einer mal kleineren, mal grösseren Fangemeinde.

Die Originalität kann daher kaum aus dem Grundkonzept selbst entstehen, sondern wie es ausgeführt wird: Seit den frühen 2000ern überschwemmt uns Marvel mit Superhelden-Filmen, DC zieht nach und weitere Akteure springen auf denselben Zug auf: Langweilig. Bis ein "The Boys" daherkommt, der dem Konzept des Superhelden einen neuen Spin verleiht, indem der Superheld - obschon weiterhin unter dieser Bezeichnung gehandelt - zum eigentlichen Bösewicht wird.

Liebe Grüsse

Djinn

Dem kann ich so zustimmen.
Und wenn Du, @swriter, meinen ersten Kritikpost noch einmal lesen würdest, dann beschreibt dieser nicht viel anderes.

Lieben Gruss
Mayia
 
Keine Ahnung, ob das etwas bringt.

Irgendwann kam ein Autor auf die Idee, eine Fickgeschichte über Mutter und Sohn zu schreiben und zu veröffentlichen.
"Wow, das gab es ja noch nie, voll toll und originell."
Dann sind andere Autoren auf den Zug aufgesprungen und haben dieselbe Geschichte erzählt, nur mit Abweichungen. Im Kern bleibt es beim Mutter-Sohn-Sex. Langweilig.

Dann hat ein Autor eine Vater-Tochter-Geschichte veröffentlicht.
"Wow, das habe ich ja noch nie gelesen, geil und einzigartig."
Dann sind andere Autoren auf den Zug aufgesprungen und haben dieselbe Geschichte erzählt, nur mit Abweichungen. Im Kern bleibt es beim Vater-Tochter-Sex. Langweilig.

Und dann veröffentlichte jemand eine Sexgeschichte über einen Mann und eine Frau, die sich durch Zufall kennengelernt haben.
"Boah, voll langweilig. Die Idee, dass ein Mann und eine Frau Sex miteinander haben, ist uralt und ausgelutscht."

Was will ich damit sagen? Man muss das Rad nicht neu erfinden, um eine Geschichte zu erzählen
Ich will hier jetzt nicht aufwärmen was schon Dutzend mal besprochen wurde, aber ich denke, das Bewusstsein um „Genreware“ macht hier den Unterschied.

Die von swriter angesprochenen Themen (in diesem Fall Inzest- oder Love-Storys) sind weder neu noch originell, aber für „Genrefreunde“ auch noch in der 1000. Wiederholung lesenswert.
Daher hat deren bloße Existenz durchaus ihre Berechtigung.

So wie die 1 Mio. Krimis, Western, Slasher- und Martial-Arts-Filme, die wir aus den Regalen der Videotheken noch kennen.
Im Allgemeinfall waren die schlecht, weil man auch keine besonders guten Drehbuchautoren hatte oder bezahlen wollte.
Kamen dann DOCH mal originelle Vertreter dieser abgenudelten Themen, wurde das dann auch veritabel gefeiert. „Der mit dem Wolf tanzt“ war mehr als ein üblicher Western und „Scream“ hat sich durchaus von den üblichen Slasher-Movies abgehoben….um mal zwei Beispiele zu nennen.

Wir können also festhalten, dass unoriginelle Themen durchaus Qualität haben können, wenn die Art der Umsetzung originell ist.
Auf der anderen Seite sind die Programmkinos der Welt voll mit originellen neuen Themen, aber die Umsetzung ist meist stinklangweilig.
Da schaue ich mir manchmal lieber gut gemachte Genrekost an, obwohl ich eher dazu tendiere diese zu meiden, als mir die Probleme von algerischen Flüchtlingen bei der Identitätsfindung in einem Vorort von Marseilles rein zu ziehen.

Der satirische Aufsatz von swriter stößt hier offenbar nur auf verhaltene Resonanz, weil einige Leser die Idee selbst und andere auch die Umsetzung nicht übermäßig inspiriert fanden.


So, und jetzt schaue ich mir erst mal einen Inzestporno an: „Monsieur Claude und seine Töchter“ 😉
 
Wir können also festhalten, dass unoriginelle Themen durchaus Qualität haben können, wenn die Art der Umsetzung originell ist.
Auf der anderen Seite sind die Programmkinos der Welt voll mit originellen neuen Themen, aber die Umsetzung ist meist stinklangweilig.
Da schaue ich mir manchmal lieber gut gemachte Genrekost an, obwohl ich eher dazu tendiere diese zu meiden, als mir die Probleme von algerischen Flüchtlingen bei der Identitätsfindung in einem Vorort von Marseilles rein zu ziehen.

das ältere der hiesigen Programmkinos zeigte in den 90ern gerne mal Filme ohne moralischen Lehrauftrag, da waren wir öfter dort. "Taxi" lief dort lange, bevor er ins Massenkino kam. Oder "Dobermann", "Baise Moi"... wobei ich mir diese beiden in einer Kette wie Cinestar nicht vorstellen kann. Irgendwann wurde das Programm aber angepasst und alles Unterhaltsame entfernt. Seitdem war ich auch nicht mehr drin.

So, und jetzt schaue ich mir erst mal einen Inzestporno an: „Monsieur Claude und seine Töchter“ 😉

das ist doch auch so ein Film, der die interkulturellen Anpassung- und Akzeptanzprobleme beschreibt, und auch wieder in Bezug auf Frankreich. Immerhin gibt es darin auch kleine Horror-Elemente (die Bilder...) ;)
 
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