Islamic State

@kimber
in einer Diskussion kann man sich oft nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Das macht eine Diskussion aber nicht obsolet. Im Gegenteil.
Ich habe nicht den Eindruck, daß irgendjemand hier die Greueltaten der Gegenwart mit den Greueltaten der Vergangenheit aufrechnen oder rechtfertigen will. Massenmord bleibt Massenmord. So zu tun, als hätte die christliche Kirche aber immer nur Milch und Honig verbreitet, und die christlichen Greueltaten zu vergessen, weil es im Moment gerade andere gibt, ist aber auch nicht sinnvoll. Es ist ja nicht so, daß es keine christlich motivierten Extremisten gibt, und sich daran zu erinnern hilft vielleicht, einen neuen "Kreuzzug" zu verhindern. Nach 9/11 hat das Ganze nämlich wieder einen widerlichen Beigeschmack. ("Most people think the crusades for Jerusalem are a thing of the past—over forever. They are wrong. Preparations are being made for a final crusade, and it will be the bloodiest of all!" - The Philadelphia Trumpet, August 2001;
"And now, in 2003, the Americans, the Twelfth Crusaders. The West is no longer 'Christendom,' but we, as first cousins to the Europeans, retain the old faith and bring new kinds of idealism, such as democracy and human rights. But the Crusader spirit is still there; it's still about bringing civilization and salvation of a backward people. As the born-again George W. Bush says, 'This is about good vs. evil.'" - Newsday, Dezember 2003)

Eine Religion hat zwar, unter anderem, das Ziel ein (friedliches) Miteinander zu regeln, da stimme ich dir zu. Aber sie hat auch das Ziel, das "Miteinander" zu anderen Gruppen zu regeln - sprich, die Mitglieder der eigenen Religion gegenüber den Nichtmitgliedern abzugrenzen. Und diese Abgrenzung war und ist oft alles andere als friedlich. Guck dir das Alte Testament an. Das auserwählte Volk wurde für Glaubenstreue regelmäßig mit Kriegserfolgen belohnt, und für grobe Verfehlungen mit Niederlagen bestraft. Nix von friedliches Miteinander mit den andersgläubigen Nachbarn.
Auch leben die meisten Religionen nicht nach einem grundsätzlichen Verallgemeinbarkeitsprinzip. Wer in der Gunst Gottes (der Götter) höher steht, hat auch meist mehr Privilegien. Das mag sich nicht unbedingt in den Schriften finden, wohl aber in der Auslegung bzw Anwendung derselben.

Du sagst der Islam schreibt eine klare Hirarchie vor. Da ich mich mit dem Islam nicht näher beschäftigt habe, kann ich da nicht viel darauf sagen. Aber die biblische bzw katholische Version Ungläubige - Sklaven - Kinder - Frauen - Männer - Adlige - König - Klerus - Papst ist ja offensichtlich keine Hierarchie. Oder doch?
Das die katholische Kirche das heute nicht mehr ganz so streng auslegt, liegt nun nicht daran, daß die Kirchenleitung ein Änderung der hierarchischen Strukturen vorangetriegen hätte, sondern daran, daß sie durch den Wandel in der Gesellschaft dazu gezwungen wurde.

@Rosi
Ich hatte schon fast befürchtet, du wärst uns verlorengegangen. ;-)
Ich stimme zu, es gibt Situationen, in denen die Yogamatte, oder friedliche Lösungen versagen. Nur leider werden solche Argumente meistens dann angeführt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Was mich mal brennend interessieren würde ist, ob Friedensbemühungen nicht vielleicht viel Erfolgversprechender wären, wenn man sie a) frühzeitig anwendet, und b) man dafür (und dazugehörig Friedensforschung) genauso viel Kohle ausgeben würde, wie für Kriegsbereitschaft.
Ich meine, viele Probleme sind ja schon irgendwie hausgemacht. Erst rüstet man jemanden militärisch hoch (bin Ladn, Hussein ...), oder toleriert die Rüstung zumindest (Hitler ...) weil er als Verbündeter, oder wenigstens kleineres Übel betrachtet wird. Dann bombt man ihn in Grund und Boden, weil er auf einmal zum größeren Übel mutiert.
In dem Kontext wage ich die Behauptung, Religion hin oder her, die Menscheit im Allgemeinen lernt aus der Geschichte nix.
 
Na ja, aus der Geschichte nichts lernen würde ich gänzlich auch nicht sagen. Im Verteidigungsministerium der USA sitzen ja auch nicht nur Dummköpfe.

Ein Allheilmittel gibt es nun mal für manche Sachen nicht. Entweder die USA spielen Weltpolizei und machen sich selber die Hände schmutzig oder sie unterstützen Leute die für sie die Drecksarbeit machen mit Waffen.
Kann beides in die Hose gehen. Die USA können nicht überall auf der Welt teure Militärbasen haben und wenn sie abziehen geht es dem Land danach auch nicht immer gut.
Verbündete können hingegen auch mal schnell zu neuen Feinden werden und die USA mit ihren eigenen gelieferten Waffen bekämpfen.
Mischt man sich gar nicht ein kann die Sache auch schnell eskalieren...

Hängt also viel von der derzeitigen Einschätzung von Experten ab...
 
(... snip ...)
Im Verteidigungsministerium der USA sitzen ja auch nicht nur Dummköpfe.
(... snip ...)
Ja, nach einem Angriff organisiert aus Afghanistan zur "Verteidigung" erst mal den Irak angreifen, das ist der reinste Geniestreich. Ich wette, damit hatte Bin Laden nicht gerechnet. :p
Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen. :D

Ein Allheilmittel gibt es nun mal für manche Sachen nicht.
(... snip ...)
Sag' ich auch nicht. Aber vielleicht wäre es mal an der Zeit, was Neues auszuprobieren, statt in die seit langem unbewährten (bzw überwiegend nur kurzfristig bewährten) Methoden zu fallen.
Und wenn man schon unbedingt Kriege führen muß, sich vielleicht vor der Invasion eines anderen Landes überlegen, wie es später dann mal weiter gehen soll. Wär' doch mal 'ne nette Abwechslung, oder?
(... snip ...)
Hängt also viel von der derzeitigen Einschätzung von Experten ab...
Oh ja, Experten. Da könnte man glatt ein eigenes Faß aufmachen ...:D
Beim Thema Krieg/ Verteidigung kann ich das eher null einschätzen, zumal ja viel, wenn nicht das Meiste, hinter verschlossenen Türen stattfindet (verständlicherweise).
Bei Themen, in denen ich mich auskenne, und die Interaktion Experten - Politik transparenter ist, kann ich mich des starken Eindrucks nicht erwehren, daß die Politiker dem Expertenrat im Allgemeinen nur dann folgen, wenn er die politischen Erwartungen erfüllt. Zumindest wenn es um Themen mit hohem Potential an Wählerstimmen geht, zumindest in Deutschland und Großbritannien.
Da Verteidigung bzw Krieg hohes Stimmenpotential hat, würde ich davon ausgehen, daß hier der Einfluß des Wählerverhaltens entsprechend groß auf die Entscheidung ist. Auch wenn die "Experten" vielleicht eine bessere Idee hätten...
 
Nach dem 11. September hat es niemanden groß gekratzt wen die Amis angreifen (gut die Iraker vielleicht). Die hätten auch in Frankreich einmarschieren können...
Der Irak war zu dem Zeitpunkt nun mal ein greifbares Feindbild mit einem weltweit schlechten Image. Da konnte sie "nebenbei" noch eine alte Rechnung begleichen, egal ob der völlig unbeteiligt war. Geografisch ist das den meisten Amerikanern eh egal. Liegt alles in einer Ecke!

Was mich gewundert hat ist die Tatsache, daß die Amis keine Massenvernichtungswaffen gefunden haben. Selbst Putin soll gesagt haben, daß er da etwas gefunden hätte, egal ob es da nun was gab oder nicht...

Fragt aber im nachhinein auch keiner mehr nach!
 
@bardo

@kimber
in einer Diskussion kann man sich oft nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Das macht eine Diskussion aber nicht obsolet. Im Gegenteil.
Ich habe nicht den Eindruck, daß irgendjemand hier die Greueltaten der Gegenwart mit den Greueltaten der Vergangenheit aufrechnen oder rechtfertigen will. Massenmord bleibt Massenmord. So zu tun, als hätte die christliche Kirche aber immer nur Milch und Honig verbreitet, und die christlichen Greueltaten zu vergessen, weil es im Moment gerade andere gibt, ist aber auch nicht sinnvoll. Es ist ja nicht so, daß es keine christlich motivierten Extremisten gibt, und sich daran zu erinnern hilft vielleicht, einen neuen "Kreuzzug" zu verhindern. Nach 9/11 hat das Ganze nämlich wieder einen widerlichen Beigeschmack. ("Most people think the crusades for Jerusalem are a thing of the past—over forever. They are wrong. Preparations are being made for a final crusade, and it will be the bloodiest of all!" - The Philadelphia Trumpet, August 2001;
"And now, in 2003, the Americans, the Twelfth Crusaders. The West is no longer 'Christendom,' but we, as first cousins to the Europeans, retain the old faith and bring new kinds of idealism, such as democracy and human rights. But the Crusader spirit is still there; it's still about bringing civilization and salvation of a backward people. As the born-again George W. Bush says, 'This is about good vs. evil.'" - Newsday, Dezember 2003)

Eine Religion hat zwar, unter anderem, das Ziel ein (friedliches) Miteinander zu regeln, da stimme ich dir zu. Aber sie hat auch das Ziel, das "Miteinander" zu anderen Gruppen zu regeln - sprich, die Mitglieder der eigenen Religion gegenüber den Nichtmitgliedern abzugrenzen. Und diese Abgrenzung war und ist oft alles andere als friedlich. Guck dir das Alte Testament an. Das auserwählte Volk wurde für Glaubenstreue regelmäßig mit Kriegserfolgen belohnt, und für grobe Verfehlungen mit Niederlagen bestraft. Nix von friedliches Miteinander mit den andersgläubigen Nachbarn.
Auch leben die meisten Religionen nicht nach einem grundsätzlichen Verallgemeinbarkeitsprinzip. Wer in der Gunst Gottes (der Götter) höher steht, hat auch meist mehr Privilegien. Das mag sich nicht unbedingt in den Schriften finden, wohl aber in der Auslegung bzw Anwendung derselben.

Du sagst der Islam schreibt eine klare Hirarchie vor. Da ich mich mit dem Islam nicht näher beschäftigt habe, kann ich da nicht viel darauf sagen. Aber die biblische bzw katholische Version Ungläubige - Sklaven - Kinder - Frauen - Männer - Adlige - König - Klerus - Papst ist ja offensichtlich keine Hierarchie. Oder doch?
Das die katholische Kirche das heute nicht mehr ganz so streng auslegt, liegt nun nicht daran, daß die Kirchenleitung ein Änderung der hierarchischen Strukturen vorangetriegen hätte, sondern daran, daß sie durch den Wandel in der Gesellschaft dazu gezwungen wurde.

@Rosi
Ich hatte schon fast befürchtet, du wärst uns verlorengegangen. ;-)
Ich stimme zu, es gibt Situationen, in denen die Yogamatte, oder friedliche Lösungen versagen. Nur leider werden solche Argumente meistens dann angeführt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Was mich mal brennend interessieren würde ist, ob Friedensbemühungen nicht vielleicht viel Erfolgversprechender wären, wenn man sie a) frühzeitig anwendet, und b) man dafür (und dazugehörig Friedensforschung) genauso viel Kohle ausgeben würde, wie für Kriegsbereitschaft.
Ich meine, viele Probleme sind ja schon irgendwie hausgemacht. Erst rüstet man jemanden militärisch hoch (bin Ladn, Hussein ...), oder toleriert die Rüstung zumindest (Hitler ...) weil er als Verbündeter, oder wenigstens kleineres Übel betrachtet wird. Dann bombt man ihn in Grund und Boden, weil er auf einmal zum größeren Übel mutiert.
In dem Kontext wage ich die Behauptung, Religion hin oder her, die Menscheit im Allgemeinen lernt aus der Geschichte nix.


Hi.
Keine Bange. Ich bin noch da.
Ich war in letzter Zeit nur an einer anderen Front beschäftigt: Bei "Amazon" auf den Seiten von Pirinccis "Deutschland von Sinnen."
Ein übles Buch mit noch übleren Fans.
Da feiert der Rechtsextremismus eine fröhliche Auferstehung, und der Islam und Muslime werden mit dem islamistischen Terror in einen Topf geworfen.
Manche dieser Spinner fordern sogar schon "Bürgerwehren"...
Da fliegt dir das Blech weg!

Ach, ich hab gesehen, du hast ne Story publiziert.
Ich werde sie in den nächsten Tagen lesen und wohl auch kommentieren.

lg
"Rosi" (Johannes)
 
@Zenobit

--Zum Irak:

2003 in den Irak einzumarschieren war die grösste Fehlentscheidung der US-Aussenpolitik seit Vietnam.
Saddam war ein Diktator, aber der Irak unter ihm berechenbar und stabil.
Nun zerfällt der Irak.
Die ISIS ist auch ein Produkt dieser verfehlten US-Außenpolitik.

lg
"Rosi" (Johannes)
 
Ich erlebe gerade, dass ich es nie wieder machen sollte, ein Thema hier zu starten, ohne dabei die nächsten 2 Monate täglich mindestens 2 Stunden Zeit zu haben für alle möglichen Antworten.

Ich erlebe es zweitens, dass es erneut - was ich schon damals, 2012 kritisiert habe - mit manchen Kommentaren einfach schwierig wird, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen...


Ich denke nicht, daß sich Juden und Christen grundsätzlich näher stehen als Muslims und Juden/ Christen.

Aktuell-politisch vielleicht schon, historisch war das über weite Strecken nicht der Fall. Religiös sind die Unterschiede zwischen den drei Religionen m.E. in etwa gleich.

Ehrlich? Ich meine: Du bist ECHT der Ansicht, dass sich Juden und Muslime näher stehen als Juden und Christen? Also so in der Art, dass die Gesetze Mohammeds mehr mit denen Jesu Christi zu tun haben als mit denen Mose? Oder dass Jesus mit den Gesetze Mose weniger anfangen konnte als mit denen Mohammeds?

Ich meine, entschuldige...
 
Last edited:
Kann mir vielleicht noch jemand kurz erklären warum die ISIS-Kämpfer jetzt IS-Kämpfer heissen?
Wobei IS wohl für Islam Staat steht?!

Der Hintergrund ist der, dass ursprünglich die Gruppierung ISIS od. ISIL geheißen hat: ISIS stand für: "Islamic State in..." Irak / Syrien / Groß-Syrien. ISIL stand für "Islamic State in the Levante". Die Levante = Mittelmeerküste, ungefähr: Syrien, Irak, Lebanon, Israel.

Mit der Umbenennung sind jetzt drei Dinge gleichzeitig gelungen:
a) Wurde der Islamische Staat (IS) als legitimer Nachfolge-Staat der früheren, islamischen Kalifen.... etabliert/behauptet/...
WAS b) die Nachfolge Mohammeds begründet, WAS
c) alle anderen muslimischen Führer (aus Saudi Arabien, aus Ägypten, aus den V.A.E., aus sonstwo), als "Falsche Führer" "entlarvt"

--> was diese (zB die Professoren der Universität Kairo) wiederum -- wenn sie den einzige, wahren Kalifen (nämlich jenen des IS) ablehnen, gewissermaßen automatisch als Abgefallen vom Glauben bezeichnen -> womit sie lt. Koran umzubringen sind als abgefallen vom Glauben....

so ungefähr lief das... (wenn wer bessere Details hat als ich, plz bitte hier ergänzen!)
 
Last edited:
Wieso muss man denn bei solch entscheidenden fragen auf einen gemeinsamen Nenner kommen?
Es sind ja nun mal recht unterschiedliche Ansichten.
Gänzlich erachte ich es auch als falsch, daß am Ende einer Diskussion immer ein Gewinner und ein Verlierer stehen muss bzw. jemand von der Sichtweise des anderen überzeug sein sollte. Gerade bei sehr wichtigen Themen haben die meisten Leute eine feste Haltung, die sie nicht bereit sind aufzugeben. Es reicht doch auch sich die Argumente des anderen anzuhören und darüber nachzudenken. Da muss man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen und Dinge die für dich ganz klar und selbstverständlich sind, werden von anderem Menschen eben ganz anders beurteilt.


Die Umbenennung der ISIS erinnert mich ein wenig an die Volksfront von Judäa und die Judäische Volksfront aus dem Leben des Brian.
Alles Spaaaalter!!!!
 
Wieso muss man denn bei solch entscheidenden fragen auf einen gemeinsamen Nenner kommen?

Woher kommst du auf die Idee, dass hier irgendjemand ein Interesse hat, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen?

Mit der Gründung des Islamischen Staates - in der Nachfolge der Kalifen - ist hier vollkommen klar, wer in der Nachfolge Mohammeds steht. Und alle anderen gehören als Abgefallene vom Glauben umgebracht. So hat es der Prophet selbst verfügt.

Aus meiner Sicht besteht der Fehler immer, dass muslimischen/islamischen/sonstigen Prinzipien - immer europäisch-christliche Prinzipien zugrunde gelegt werden. Aber das ist nicht der Fall: Wenn die Nachfolge Mohammeds geklärt ist, gibt es keinen Grund mehr, sich auf irgendwas zu einigen. Weil alle, die gegen die Falschen Nachfolger Mohammeds kämpfen, wenn sie in diesem Kampf sterben, ins Himmelreich eingehen... -- das kann doch, aus muslimischer Sicht --> nur Sünde sein, wenn man sich mit dem FALSCHEN Propheten auf irgendwas einigt, zB, dass man ihn genau so verehrt wie den ECHTEN Propheten.... ????
 
Last edited:
Ich meinte nicht, daß die Moslems auf einen Nenner kommen sollten.

Ich meinte deine Aussage, daß diese Diskussion fruchtlos sei, wenn man bei einigen Dingen nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.
Ich bin nur der Meinung, daß man gerade bei diesen Dingen nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen muss, da es grundverschiedene Ansichten sind, bei denen man sich nicht einig sein muss wie in München scheint gerade die Sonne und es regnet nicht. Das ist eine Tatsache, die sich beweisen lässt und keine zwei Meinungen zulässt. Bei dieser Diskussion hängt aber sehr viel von Abschätzungen und verschiedenen Quellen ab, als daß man unbedingt einen gemeinsamen Nenner haben muss.
 
doch, das kann man.

Meine Erfahrung ist, dass - wenn man auf einen gemeinsamen Nenner kommen will - dass das eher von den Personen abhängt, als von der Sache... ;)
 
Last edited:
Deine Aussage war dies hier:
Nun, da werden wir wahrscheinlich auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.

Ich jedenfalls bin der Meinung, dass man die Ereignisse des 14. Jahrhunderts nicht mit denen des 21. Jahrhunderts vergleichen kann.

Ich bin zwar auch der Meinung, daß man nicht Böses gegen Böses aufrechnen oder zur Rechtfertigung nutzen kann. ABER ich bin der Meinung, daß es exakt das Gleiche ist und ich keinen Unterschied erkennen kann.
Beantworte mir doch bitte mal wo für dich der große Unterschied liegt?
 
delete. @PC: bitte diesen post löschen.
 
Last edited:
@Kimber22

Woher kommst du auf die Idee, dass hier irgendjemand ein Interesse hat, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen?

Mit der Gründung des Islamischen Staates - in der Nachfolge der Kalifen - ist hier vollkommen klar, wer in der Nachfolge Mohammeds steht. Und alle anderen gehören als Abgefallene vom Glauben umgebracht. So hat es der Prophet selbst verfügt.

Aus meiner Sicht besteht der Fehler immer, dass muslimischen/islamischen/sonstigen Prinzipien - immer europäisch-christliche Prinzipien zugrunde gelegt werden. Aber das ist nicht der Fall: Wenn die Nachfolge Mohammeds geklärt ist, gibt es keinen Grund mehr, sich auf irgendwas zu einigen. Weil alle, die gegen die Falschen Nachfolger Mohammeds kämpfen, wenn sie in diesem Kampf sterben, ins Himmelreich eingehen... -- das kann doch, aus muslimischer Sicht --> nur Sünde sein, wenn man sich mit dem FALSCHEN Propheten auf irgendwas einigt, zB, dass man ihn genau so verehrt wie den ECHTEN Propheten.... ????


Wer der wahre Nachfolger-- der wahre Imam-- des Propheten Mohammed ist, darüber streiten Muslime seit dem Ableben des Propheten.
Es ist die zentrale Frage im Islam.

Die IS(IS) sind fundamentalistische Spinner. Es sind Terroristen, völlig wurscht, welchen pseudoreligiösen Überbau sie sich geben.
Das Kalifat ist längst Vergangenheit, und was die ausrufen interessiert einen feuchten Kehricht!

lg
"Rosi" (Johannes)
 
Ja, will ich und zwar im Bezug auf Religionskriege.

Die Katholische Kirche hat zum Glaubens-Krieg gegen alle Ungläubigen aufgerufen um diese zu bekehren oder notfalls umzubringen.
Denjenigen die daran teilnehmen wurde die Vergebung alles Sünden versprochen und im Todesfall ein Platz im Paradies.
Die Kämpfer haben die modernsten ihnen zur Verfügung stehenden Waffen ihrer Zeit genutzt um möglichst viele Feinde zu vernichten.
Die Kirche hat dabei zum Bruch ihrer eigenen Gebote (du sollst nicht töten) aufgerufen.

Das sind für mich die Fakten und die treffen genau so auf die IS-Truppen zu.
Wo siehst du denn die Unterschiede?
Bzw. welche meiner Aussagen ist falsch?

Wobei die Aussage, auf die ich mich hier beziehe, gerade gelöscht wurde und meine Antwort jetzt ein wenig zusammenhanglos wirkt.
Da ich aber ungerne etwas lösche, lasse ich das hier mal so stehen.
 
Last edited:
@rosettenfreak:
Das Dumme ist nur, daß es nicht alle einen feuchten Kehricht schert! Sie haben ja genügend Leute welche die Sache so toll finden, daß sie dafür in den Krieg ziehen.
Wenn viele Leute bereit sind sich für eine Sache eine Kugel einzufangen, sollte man das schon ernst nehmen.
 
@Zenobit

@rosettenfreak:
Das Dumme ist nur, daß es nicht alle einen feuchten Kehricht schert! Sie haben ja genügend Leute welche die Sache so toll finden, daß sie dafür in den Krieg ziehen.
Wenn viele Leute bereit sind sich für eine Sache eine Kugel einzufangen, sollte man das schon ernst nehmen.

Richtig.
Diese IS(IS) muss man sehr ernst nehmen. Ernster als Al-Kaida oder mindestens nicht weniger ernst.
In einem anderen P hast du den Vergleich mit dem "Leben des Brian" gebracht.
Über "Das Leben des Brian" kann man lachen.
Über die IS(IS) nicht.

lg
"Rosi" (Johannes)
 
Stimmt. Auch wenn ich diese Umbenennungssache an sich ein wenig lächerlich fand und sie mich an den Film erinnert hat.
Die Sache an sich ist weniger komisch!
 
(... snip ...)
Ehrlich? Ich meine: Du bist ECHT der Ansicht, dass sich Juden und Muslime näher stehen als Juden und Christen? Also so in der Art, dass die Gesetze Mohammeds mehr mit denen Jesu Christi zu tun haben als mit denen Mose? Oder dass Jesus mit den Gesetze Mose weniger anfangen konnte als mit denen Mohammeds?

Ich meine, entschuldige...

Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil. Aber ich halte es dir zugunsten dass die Saetze fast am Ende eines langen Posts kommen :cool::
(... snip ...)
Ich denke nicht, daß sich Juden und Christen grundsätzlich näher stehen als Muslims und Juden/ Christen. Aktuell-politisch vielleicht schon, historisch war das über weite Strecken nicht der Fall. Religiös sind die Unterschiede zwischen den drei Religionen m.E. in etwa gleich.
(... snip ...)
Ich habe geschrieben, dass sich Juden und Christen nicht naeher stehen als Moslems und Juden/ Christen. Daraus zu folgern, dass ich gesagt haette, dass sich Juden und Moslems naeher stehen als Juden und Christen ist ein unzulaessiger Umkehrschluss.
Ganz davon abgesehen, dass Jesus mit Mohammed gar nix anfangen konnte, weil der erst spaeter kam. Es sei denn natuerlich man geht davon aus, das Jesus als Gottes Sohn alle Zeiten gleichzeitig wahrnehmen konnte.
 
Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil. Aber ich halte es dir zugunsten dass die Saetze fast am Ende eines langen Posts kommen :cool::

Ich habe geschrieben, dass sich Juden und Christen nicht naeher stehen als Moslems und Juden/ Christen. Daraus zu folgern, dass ich gesagt haette, dass sich Juden und Moslems naeher stehen als Juden und Christen ist ein unzulaessiger Umkehrschluss.
Ganz davon abgesehen, dass Jesus mit Mohammed gar nix anfangen konnte, weil der erst spaeter kam. Es sei denn natuerlich man geht davon aus, das Jesus als Gottes Sohn alle Zeiten gleichzeitig wahrnehmen konnte.


Okay, also wir sind uns einig, dass:

Juden und Christen sich näher stehen als - beide davon - mit Muslimen.

mehr is mir ad hoc gar nicht mehr wichtig... Ich bin schon froh, wenn man sich hier wenigstens auf dieses Eine einigen kann...
 
Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, daß das Judentum und die Christen derzeit friedlicher sind als die Moslems und weniger Bekehrungseifer an den Tag legen.
Aber das sagt für mich noch nichts darüber aus, ob eine Religion in seiner Gesamtheit besser oder schlechter ist.

Davon ab, warum ist es wichtig wie nahe sich verschiedene Religionen stehen?
Der Buddhismus steht dem Christentum ja auch nicht sonderlich nahe und trotzdem sprengen sie nichts in die Luft!
 
Last edited:
Manchmal frage ich mich, ob ich mich wirklich so schwer verständlich ausdrücke. :confused:

Okay, also wir sind uns einig, dass:

Juden und Christen sich näher stehen als - beide davon - mit Muslimen.

mehr is mir ad hoc gar nicht mehr wichtig... Ich bin schon froh, wenn man sich hier wenigstens auf dieses Eine einigen kann...
Ob wir uns einig sind, hängt darauf ab worauf sich dein "näher stehen" bezieht.
Aktuell politisch - ja.
Religiös und historisch - nein.
Da sind m.E. die drei sich gleich nahe, oder gleich weit, wie auch immer.
Ich hoffe, daß ist jetzt klar genug verständlich, sonst weiß ich nämlich nicht mehr, wie ich es klarer zum Ausdruck bringen kann.:confused:
 
@bardo

Manchmal frage ich mich, ob ich mich wirklich so schwer verständlich ausdrücke. :confused:


Ob wir uns einig sind, hängt darauf ab worauf sich dein "näher stehen" bezieht.
Aktuell politisch - ja.
Religiös und historisch - nein.
Da sind m.E. die drei sich gleich nahe, oder gleich weit, wie auch immer.
Ich hoffe, daß ist jetzt klar genug verständlich, sonst weiß ich nämlich nicht mehr, wie ich es klarer zum Ausdruck bringen kann.:confused:

Hi.
Ich finde, du drückst dich eigentlich immer verständlich genug aus.

Wie nahe sich die 3 monotheistischen Weltreligionen stehen ist auch immer von der aktuellen zeitgeschichtlichen Situation abhängig.
Zwischen dem Islam und dem Christentum gab es immer beides: Phasen der Anziehung und gegenseitigen Befruchtung und Phasen der Abneigung und Bedrohung.
Man denke an Goethes "West-Östlichen Diwan."
Islamophiler geht's kaum noch.
Gut, da waren ne Menge schwülstiger Altherrenphantasien dabei über willige Haremsdamen...*lach*

Europa fand seine Idendität in der Auseinandersetzung mit dem Islam.
Hätte Karl Martell-- der Großvater Karls des Großen-- die Schlacht von Tours 711 n. Chr. nicht gewonnen, Europa wäre damals wohl tatsächlich islamisiert worden, und die Geschichte Europas wäre völlig anders verlaufen.
Das war eine der wichtigsten Schlachten der europäischen Geschichte.
Zwischen Karl dem Großen und Harun Al Raschid hingegen gab es einen sehr fruchtbaren Austausch.

Im Augenblick haben wir wieder eine Phase der Bedrohung, was an bestimmten Problemen der islamischen Welt liegt.
Das muss aber nicht so bleiben.

Man kann die Aussage: Religion X steht der Religion y näher als der Religion Z nicht verabsolutieren.
Es ist wie gesagt von den aktuellen zeitgeschichtlichen Umständen abhängig.

Theologisch eint die 3 monotheistischen Weltreligionen mehr als sie trennt.
Es ist halt so, wie du und "Carmen44" es gesagt haben: Man kann mit den 3 monotheistischen Weltreligionen so ziemlich alles rechtfertigen, von der Nächstenliebe bis zum Massenmord.
Es ist klar, dass in unserer heutigen Zeit fundamentalistische Inerpretationen keinen Platz mehr haben dürfen.
Das gilt für das orthodoxe Judentum genauso wie für ein fundamentalistisches Christentum und eine radikalisierte Interpretation des Islam.

lg
"Rosi" (Johannes)
 
Last edited:
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