bardo_eroticos
Literotica Guru
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- Jul 17, 2011
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@kimber
in einer Diskussion kann man sich oft nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Das macht eine Diskussion aber nicht obsolet. Im Gegenteil.
Ich habe nicht den Eindruck, daß irgendjemand hier die Greueltaten der Gegenwart mit den Greueltaten der Vergangenheit aufrechnen oder rechtfertigen will. Massenmord bleibt Massenmord. So zu tun, als hätte die christliche Kirche aber immer nur Milch und Honig verbreitet, und die christlichen Greueltaten zu vergessen, weil es im Moment gerade andere gibt, ist aber auch nicht sinnvoll. Es ist ja nicht so, daß es keine christlich motivierten Extremisten gibt, und sich daran zu erinnern hilft vielleicht, einen neuen "Kreuzzug" zu verhindern. Nach 9/11 hat das Ganze nämlich wieder einen widerlichen Beigeschmack. ("Most people think the crusades for Jerusalem are a thing of the past—over forever. They are wrong. Preparations are being made for a final crusade, and it will be the bloodiest of all!" - The Philadelphia Trumpet, August 2001;
"And now, in 2003, the Americans, the Twelfth Crusaders. The West is no longer 'Christendom,' but we, as first cousins to the Europeans, retain the old faith and bring new kinds of idealism, such as democracy and human rights. But the Crusader spirit is still there; it's still about bringing civilization and salvation of a backward people. As the born-again George W. Bush says, 'This is about good vs. evil.'" - Newsday, Dezember 2003)
Eine Religion hat zwar, unter anderem, das Ziel ein (friedliches) Miteinander zu regeln, da stimme ich dir zu. Aber sie hat auch das Ziel, das "Miteinander" zu anderen Gruppen zu regeln - sprich, die Mitglieder der eigenen Religion gegenüber den Nichtmitgliedern abzugrenzen. Und diese Abgrenzung war und ist oft alles andere als friedlich. Guck dir das Alte Testament an. Das auserwählte Volk wurde für Glaubenstreue regelmäßig mit Kriegserfolgen belohnt, und für grobe Verfehlungen mit Niederlagen bestraft. Nix von friedliches Miteinander mit den andersgläubigen Nachbarn.
Auch leben die meisten Religionen nicht nach einem grundsätzlichen Verallgemeinbarkeitsprinzip. Wer in der Gunst Gottes (der Götter) höher steht, hat auch meist mehr Privilegien. Das mag sich nicht unbedingt in den Schriften finden, wohl aber in der Auslegung bzw Anwendung derselben.
Du sagst der Islam schreibt eine klare Hirarchie vor. Da ich mich mit dem Islam nicht näher beschäftigt habe, kann ich da nicht viel darauf sagen. Aber die biblische bzw katholische Version Ungläubige - Sklaven - Kinder - Frauen - Männer - Adlige - König - Klerus - Papst ist ja offensichtlich keine Hierarchie. Oder doch?
Das die katholische Kirche das heute nicht mehr ganz so streng auslegt, liegt nun nicht daran, daß die Kirchenleitung ein Änderung der hierarchischen Strukturen vorangetriegen hätte, sondern daran, daß sie durch den Wandel in der Gesellschaft dazu gezwungen wurde.
@Rosi
Ich hatte schon fast befürchtet, du wärst uns verlorengegangen. ;-)
Ich stimme zu, es gibt Situationen, in denen die Yogamatte, oder friedliche Lösungen versagen. Nur leider werden solche Argumente meistens dann angeführt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Was mich mal brennend interessieren würde ist, ob Friedensbemühungen nicht vielleicht viel Erfolgversprechender wären, wenn man sie a) frühzeitig anwendet, und b) man dafür (und dazugehörig Friedensforschung) genauso viel Kohle ausgeben würde, wie für Kriegsbereitschaft.
Ich meine, viele Probleme sind ja schon irgendwie hausgemacht. Erst rüstet man jemanden militärisch hoch (bin Ladn, Hussein ...), oder toleriert die Rüstung zumindest (Hitler ...) weil er als Verbündeter, oder wenigstens kleineres Übel betrachtet wird. Dann bombt man ihn in Grund und Boden, weil er auf einmal zum größeren Übel mutiert.
In dem Kontext wage ich die Behauptung, Religion hin oder her, die Menscheit im Allgemeinen lernt aus der Geschichte nix.
in einer Diskussion kann man sich oft nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Das macht eine Diskussion aber nicht obsolet. Im Gegenteil.
Ich habe nicht den Eindruck, daß irgendjemand hier die Greueltaten der Gegenwart mit den Greueltaten der Vergangenheit aufrechnen oder rechtfertigen will. Massenmord bleibt Massenmord. So zu tun, als hätte die christliche Kirche aber immer nur Milch und Honig verbreitet, und die christlichen Greueltaten zu vergessen, weil es im Moment gerade andere gibt, ist aber auch nicht sinnvoll. Es ist ja nicht so, daß es keine christlich motivierten Extremisten gibt, und sich daran zu erinnern hilft vielleicht, einen neuen "Kreuzzug" zu verhindern. Nach 9/11 hat das Ganze nämlich wieder einen widerlichen Beigeschmack. ("Most people think the crusades for Jerusalem are a thing of the past—over forever. They are wrong. Preparations are being made for a final crusade, and it will be the bloodiest of all!" - The Philadelphia Trumpet, August 2001;
"And now, in 2003, the Americans, the Twelfth Crusaders. The West is no longer 'Christendom,' but we, as first cousins to the Europeans, retain the old faith and bring new kinds of idealism, such as democracy and human rights. But the Crusader spirit is still there; it's still about bringing civilization and salvation of a backward people. As the born-again George W. Bush says, 'This is about good vs. evil.'" - Newsday, Dezember 2003)
Eine Religion hat zwar, unter anderem, das Ziel ein (friedliches) Miteinander zu regeln, da stimme ich dir zu. Aber sie hat auch das Ziel, das "Miteinander" zu anderen Gruppen zu regeln - sprich, die Mitglieder der eigenen Religion gegenüber den Nichtmitgliedern abzugrenzen. Und diese Abgrenzung war und ist oft alles andere als friedlich. Guck dir das Alte Testament an. Das auserwählte Volk wurde für Glaubenstreue regelmäßig mit Kriegserfolgen belohnt, und für grobe Verfehlungen mit Niederlagen bestraft. Nix von friedliches Miteinander mit den andersgläubigen Nachbarn.
Auch leben die meisten Religionen nicht nach einem grundsätzlichen Verallgemeinbarkeitsprinzip. Wer in der Gunst Gottes (der Götter) höher steht, hat auch meist mehr Privilegien. Das mag sich nicht unbedingt in den Schriften finden, wohl aber in der Auslegung bzw Anwendung derselben.
Du sagst der Islam schreibt eine klare Hirarchie vor. Da ich mich mit dem Islam nicht näher beschäftigt habe, kann ich da nicht viel darauf sagen. Aber die biblische bzw katholische Version Ungläubige - Sklaven - Kinder - Frauen - Männer - Adlige - König - Klerus - Papst ist ja offensichtlich keine Hierarchie. Oder doch?
Das die katholische Kirche das heute nicht mehr ganz so streng auslegt, liegt nun nicht daran, daß die Kirchenleitung ein Änderung der hierarchischen Strukturen vorangetriegen hätte, sondern daran, daß sie durch den Wandel in der Gesellschaft dazu gezwungen wurde.
@Rosi
Ich hatte schon fast befürchtet, du wärst uns verlorengegangen. ;-)
Ich stimme zu, es gibt Situationen, in denen die Yogamatte, oder friedliche Lösungen versagen. Nur leider werden solche Argumente meistens dann angeführt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Was mich mal brennend interessieren würde ist, ob Friedensbemühungen nicht vielleicht viel Erfolgversprechender wären, wenn man sie a) frühzeitig anwendet, und b) man dafür (und dazugehörig Friedensforschung) genauso viel Kohle ausgeben würde, wie für Kriegsbereitschaft.
Ich meine, viele Probleme sind ja schon irgendwie hausgemacht. Erst rüstet man jemanden militärisch hoch (bin Ladn, Hussein ...), oder toleriert die Rüstung zumindest (Hitler ...) weil er als Verbündeter, oder wenigstens kleineres Übel betrachtet wird. Dann bombt man ihn in Grund und Boden, weil er auf einmal zum größeren Übel mutiert.
In dem Kontext wage ich die Behauptung, Religion hin oder her, die Menscheit im Allgemeinen lernt aus der Geschichte nix.

