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Originally Posted by luesker
Der Irak-Krieg war vordergründig die überschiessende Antwort. Aber die massgebenden Kreise wussten ganz genau, dass Saddam Hussein nie und nimmer mit Al Kaida zusammenging. Dafür sind die Unterschiede in der Weltanschauung viel zu gross. Gemeinsam war nur, dass beide skrupellos töteten, aber für ganz andere Ziele. Saddam tötete hemmungslos, aber vorwiegend für seine Machterhaltung, vielleicht noch aus Sadismus. Al Kaida hingegen ist nicht weniger brutal, hingegen sind die Motive völlig verschieden.
Der Irak wurde überfallen wegen dem Öl, seiner Lage neben dem Iran und weil Saddam immer mal wieder Israel bedroht haben soll. In Afghanistan sind die Gründe nicht alle lauter. Dort ging es ebenfalls um Rohstoffe, das Land ist strategisch wichtig und verschiedene Nachbarn wollen dort Einfluss (Pakistan, Indien, China).
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"Der Irak wurde überfallen wegen dem Öl..." ("luesker")
Das ist falsch.
Jedenfalls wenn man es so interpretiert als wollten die USA die Kontrolle über die irakischen Ölfelder.
Das wollten sie nicht.
Die US-Öl-Lobby verkörpert sich in der alten Mannschaft von BUSH SEN., angeführt von dessem ehemaligen Aussenminister James Baker.
Die Öl-Lobby hat eine Intervention im Irak nachdrücklich abgelehnt.
Nachgewiesen wird das u.a. im Bericht der "Baker-Foundation" vom November 2006.
Hier wird die Irak-Politik von BUSH JUN. scharf kritisiert.
GEORGE BUSH JUN. hat den "Baker-Bericht" grandios ignoriert.
Den grossen US-Ölfirmen wie "Exxon" ist Stabilität in dieser Region wichtiger als politische Umwälzungen.
Der Irak-Krieg hat das Gleichgewicht der Energieverteilung nicht verändert.
Die USA sind bis heute nicht in der Lage, die irakische Ölförderung wieder richtig in Gang zu bringen, geschweige denn, sie zu kontrollieren.
Das wollen sie auch gar nicht.
Die USA glauben an die Kräfte des Marktes und wollen die Freiheit der Märkte sicher stellen.
Die USA wollen die Freiheit der Märkte, und nicht die Kontrolle über die Produktion.
Der Markt legt den (Öl)Preis fest.
So haben sie sich vernünftigerweise 1991 verhalten.
Die Besetzung der kuwaitischen Ölfeder hätte aus dem Irak einen zu mächtigen Akteur auf dem Markt gemacht.
Nachdem dieses Hegemoniestreben vereitelt war, zog man sich zurück. Eine Kontrolle über die kuwaitischen Ölfelder war unnötig.
Den Ölpreis zu kontrollieren war noch nie eine Priorität Washingtons, schliesslich profitieren auch US-Produzenten von einer Preiserhöhung.
Die Entwicklung im Irak hat den internationalen Rohölpreis in keiner Weise beeiflusst. Der Preis schwankte zwar beträchtlich, aber aus anderen Gründen.
Im Januar 2007 fiel der Preis für das Barrel auf unter 50 Dollar. Vor 2003 lag irakische Produktion bei 3 Millionen Barrel/Tag. 2007 betrug er nur noch die Hälfte.
Ein Drittel davon wird im Irak verbraucht.
Auf den Irak entfallen nur 2% der weltweiten Ölproduktion.
Diese Zahl ist viel zu klein, viel zu unwichtig, um aus diesem Grund in den Irak einzumarschieren.
Bis der Irak wieder ein vollwertiger Mitspieler auf dem internationalen Ölmarkt ist, wird noch ne Weile ins Land gehen.
Der Öl- Marktpreis- und um den freien Markt geht es den USA, und nicht um die Kontrolle über die Produktion!- hängt heute vor allem von der Nachfrage aus Indien und China ab.
Das Öl spielte in anderer Hinsicht eine Rolle: Saddam überlegte, sein Öl auch in Euro verrechnet zu verkaufen. Das hätte die Stellung des Dollar als Leitwährung der Weltwirtschaft bedroht, und da verstehen die Amis in der Tat keinen Spass.
(Anmerkung: Öl wird weltweit in US-Dollar verrechnet).
Die Gründe für diesen überflüssigen Irak-Krieg waren ideologischer und geostrategischer Natur, und haben ihren Ursprung im Konzept der "Neo-Cons" von der sogen. "Neuen Weltordnung".
Man glaubte, den Nahen Osten demokratisieren zu können.
Dabei legten die "Neo-Cons" irrtümlicherweise die positiven Erfahrungen der USA mit dem "Demokatie-Export" nach Deutschland und Japan nach 1945 zugrunde.
Dazu kam noch ne persönliche Note: Saddam plante 1991 ein Attentat auf Bush sen., das nur knapp vereitelt wurde.
Es ist aus nem Tischgespräch aus dem "White House" überliefert (das ist protokolliert), dass BUSH JUN. ausrief: "Der Saddam wollte meinen Daddy umbringen."
Dafür sollte er auf die Mütze bekommen.
Das waren die Gründe für den Irak-Krieg.